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Gender

- Theorie oder Ideologie?

Antje Schrupp

Antje Schrupp ist eine sogenannte "Differenzfeministin", die also davon ausgeht, daß es substantielle Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt. Ihr Blog könnte man als pseudophilosophisches Phantasialand bezeichnen, da sie es in besonderem Maße versteht, auf einer abstrakten unverbindlichen Ebene alle möglichen Zusammenhänge zu konstruieren, und dies mit einer pseudo-intellektuellen, schöngeistigen Sprache garniert. Antje Schrupp lehnt beispielsweise unsere repräsentative Demokratie ab, da sie "von Männern" für Männer, unter "explizitem Ausschluß der Frauen" erfunden worden sei. Es ist also eine "männliche Form" der Repräsentation. Ähnliches gilt für den Rechtsstaat. Tatsächliche oder vermeintliche gesellschaftliche Mißstände bringt diese Feministin, die nach eigener Auskunft als Kind unter einem autoritären und gewalttätigen Vater litt, zwanghaft mit Männern und Männlichkeit in Verbindung.

Häufig greift die Autorin auf pauschale Interpretationen von Verhaltensweisen von Männern und Frauen zurück, die durchaus auch anders erklärt werden können. Diese Deutungen sind völlig willkürlich und entsprechen den feministischen Erklärungsbedürfnissen. Der entscheidende Kritikpunkt liegt also - wie bei den meisten anderen Gender-Theoretikern auch - darin, daß weitläufige Szenarien auf zahlreichen Leerstellen und Ungewißheiten aufgebaut werden und hierauf wiederum wildeste Konstruktionen und Schlußfolgerungen ergehen.

Auch nach ausführlichen und entgegenkommenden Nachfragen und Bitten via E-Mail meinerseits, ihre abstrakten unverbindlichen Thesen einmal konkret zu veranschaulichen und aus dem Bereich der Beliebigkeit zu holen, sah diese Person keinen Grund, sich einer Kritik zu stellen und eine geistige Verantwortung für das zu übernehmen, was sie tut. Die Artikel dieses Blogs sind im wesentlichen eine Art feministische Märchenstunde, wo man unter anderem Sätze wie diesen über sich ergehen lassen muß:

Feminismus will mehr, als nur die Frauen mit den Männern gleichstellen, nämlich die Welt und ihre von Männern erfundene symbolische Ordnung grundsätzlich und radikal in Frage stellen.

In unserer Gesellschaft sind Feministinnen nur selten gezwungen, solcherlei Thesen einmal konkret auszuführen und plausibel zu machen, was das denn genau meint und warum dieser feministische Anspruch Allgemeingültigkeit haben soll. Auch, was die symbolische Ordnung der Welt eigentlich mit "Männlichkeit" zu tun haben soll und ob wir da nicht am besten gleich alle Männer beseitigen oder einsperren sollten, sind Fragen, die wohl kaum ein deutscher Journalist stellen wird. Frau Schrupp ist ein gutes Beispiel dafür, wie im Feminismus ständig Zusammenhänge konstruiert und Schlußfolgerungen gezogen werden, die an Virtualität und Beliebigkeit nicht zu übertreffen sind:

Der wesentliche Impuls des Feminismus für eine freie Gesellschaft besteht genau darin: Die Differenz aus der Falle ihrer hierarchischen und herrschaftsförmigen Interpretationen befreit zu haben. Freie Frauen, also solche, die sich weder an Stereotypen von Weiblichkeit orientieren noch das Männliche als Maßstab akzeptieren, haben die sexuelle Differenz (und damit die Differenz überhaupt) als politischen Verhandlungsfaktor in die Welt gebracht, mit dem zu rechnen ist.

Nur auf Grundlage einer freien weiblichen (also geschlechtervielfältigen) Differenz ist es möglich, dass Frauen und Männer (und andere Geschlechter ebenso wie andere „Andere“) sich über die Gestaltung der gemeinsam bewohnten Welt verständigen, austauschen und darüber herrschaftsfrei verhandeln. Dabei ist jede Sichtweise, die auf eine angeblich allgemeingültige Norm pocht, abzulehnen. Es gibt keinen höheren Maßstab, dem sich alle unterordnen müssen. Das ist das Wesen des Pluralismus.

Antje Schrupp gehört also zu den "philosophischeren" Feministinnen. Der Unsinn ist etwas intellektueller und schöngeistiger verpackt. Das Grundmuster lautet: Weiblichkeit steht für etwas Gutes. Männlichkeit für etwas Schlechtes. Vermeintlich oder tatsächlich kritikwürdige Zustände in der Welt werden zwanghaft mit der Dimension des Geschlechtlichen in Verbindung gebracht, obwohl diese Verknüpfungen völlig beliebig und in sich unlogisch sind.

Irgendwie scheint das nicht richtig geklappt zu haben mit dem Anspruch von Frau Schrupp, daß eine "allgemeingültige Norm" unbedingt abzulehnen ist, den sie immer wieder auf ihrem Blog betont. Im vorliegenden Artikel ist Frau Schrupp der Ansicht, daß die Piratenpartei ein "Frauenproblem" habe, da sie nur wenig weibliche Mitglieder und kaum weibliches Führungspersonal vorweisen könne. Die Autorin hat also offenbar doch einen "höheren Maßstab", dem sich alle unterordnen müssen, nämlich:"Der Grad der Gleichberechtigung von Frauen läßt sich daran ablesen, in welcher Zahl Frauen in verschiedenen Bereichen vertreten sind".

Dieser Norm muß sich die Gesellschaft fügen, wenn es nach Antje Schrupp geht, obwohl es zahlreiche Gründe geben kann, warum Männer oder Frauen in diesen und jenen Bereichen mal mehr, mal weniger repräsentiert sind. Frau Schrupp liegt also daran, dieses willkürliche Interpretationsmuster der Wirklichkeit ihrer Mitwelt aufzuzwingen. Mit der Pluralität scheint es also bei Frau Schrupp nicht weit her zu sein.

Daß Frauen vielleicht von Natur aus weniger Interesse an IT- und Technik-Themen haben und daß sie möglicherweise durch selbige Natur weniger führungs- und konkurrenzorientiert sind oder sich politisch interessieren, könnte die von Frau Schrupp beanstandeten Sachverhalte erklären. Es besteht also die Möglichkeit, daß gar keine Benachteiligung von Frauen vorliegt.

Wir wissen allerdings, daß solch eine Erklärungsmöglichkeit von vornherein ausge- schlossen werden muß, da diese erstens böse ist, zweitens "neokonservativ" und drittens patriarchal.
Menschen, die solch eine Erklärungsmöglichkeit ins Feld führen, können also gleich ins Verlies geworfen werden. Die absolute Wahrheit lautet vielmehr: Aufgrund gesellschaftlicher Einengungen und männlicher Dominanz fürchten Frauen, sich mit Computern, Informatik, Technik und Politik zu befassen. Sie haben Angst, hier bestimmten Rollenerwartungen nicht zu entsprechen. Dann werden sie auch noch von den vielen Männern in der Piratenpartei daran gehindert, Führungsaufgaben zu übernehmen.

Auf der rechten Seite kann man bewundern, wie Frau Schrupp meine Fragestellungen gekonnt abwehrt und sich Gedankengut vom Leib hält, das das feministische Projekt bedrohen könnte. Meine weiteren Nachfragen wurden sämtlich gelöscht. So sieht vermutlich die "freie weibliche Differenz" und Dialogfähigkeit aus, von der Frau Schrupp immer so schwärmt.

Ich habe den Screenshots noch eine psychologische Betrachtung der Äußerungen von Frau Schrupp beigefügt, die einmal mehr den paranoiden Weltzugang einer Feministin dokumentiert. Mit der Analyse zeige ich, wie Frau Schrupp durch allerlei implizite Wertungen, Projektionen und Zuschreibungen meine Aussagen völlig entstellt und sich so die gewünschte "antifeministische Umgebung" schafft, vor der man in einen geistigen Bunker fliehen kann.

In meinem Kommentar frage ich Frau Schrupp, wie sie zu der Beurteilung kommt, daß wenige Frauen per se mit "wenig Gleichberechtigung" oder "Frauenproblem" gleichzusetzen seien. Anstatt mir nun zu erklären, wie sie zu ihrer Einschätzung kommt - was ja interessant wäre -, unterstellt sie mir absurderweise, ich würde ihre Sichtweise nicht respektieren oder akzeptieren. Dabei fordere ich nur, daß sie ihre willkürliche Interpretation von Frauenanteilen begründet. Hier ereilt mich dann der auf ihrem Blog omnipräsente Vorwurf, ich würde auf eine "allgemeingültige Norm" pochen, also meine Sichtweise oktroyieren. An dieser Episode kann man gut sehen, wie paranoid diese Frau ist und wie sehr sie in ihren feministischen Komplexen gefangen ist. Ich frage lediglich nach einer Erläuterung. Mehr nicht. Dies ist schon eine Frechheit.

Antje Schrupp steht stellvertretend für einen klassischen feministischen Komplex, daß die "bösen Männer" dominant sind, immer recht haben wollen und stark objektivierend kommunizieren, Macht ausüben, unterbrechen etc. Mit dieser Paranoia geht Frau Schrupp durch die Welt. Der rechts abgebildete Dialog veranschaulicht immerhin Gesetzmäßigkeiten der Tiefenpsychologie. Die angebliche kommunikative Fremdbestimmung und Anmaßung, die sie in meinen harmlosen Fragen sieht, finden sich de facto in ihrer Reaktion auf mich wieder. Antje Schrupp ignoriert den Inhalt meiner Frage, verweigert jede Kommunikation und verrät ungewollt durch ihr Verhalten den Absolutheitsanspruch hinter ihrer Wirklichkeitsinterpretation.

Ihre Sicht der Dinge ist unantastbar. Wenige Frauen bei den Piraten bedeuten per se Benachteiligung - trotz offensichtlicher alternativer Erklärungsmöglichkeiten. Infragestellung dieses Dogmas tabu. Vielleicht widme ich mich auf dieser Internetseite noch einmal gesondert Frau Schrupp, da diese Person auf der einen Seite an Einfältigkeit und Selbstgerechtigkeit schwer zu übertreffen ist, auf der anderen Seite aber in manchen Medien eine kritiklose Wertschätzung erfährt.

Die Antwort der Adressatin ist unter tiefenpsychologischen Gesichtspunkten eine regelrechte Fundgrube, da sie den typischen Geisteszustand von Ideologen offenbart. Sämtliche Aussagen, die Frau Schrupp in bezug auf mich tätigt, treffen auf sie selbst zu.
Zunächst ergeht sich Frau Schrupp in einem unverbindlichen und suggestiven Blabla, in dem sie mir indirekt unterstellt, ich würde Benachteiligungen per se ausschließen und mit einem Absolutheitsanspruch auftreten, der ironischerweise auf sie selbst zutrifft.

Obwohl ich nur Fragen stelle und Antje Schrupp die Möglichkeit hätte, einfach darauf einzugehen, weicht sie aus und unterstellt mir ohne Grundlage in ihrer Antwort, ich würde anderen Menschen etwas oktroyieren. Ebenso unterstellt sie mir, ich würde andere Standpunkte nicht akzeptieren. Dies behauptet sie einfach und stellt es als gegeben hin. Sie nimmt also die Argumente nicht so, wie sie sind und geht darauf ein, sondern rückt sie in ein negatives Licht. Statt sich also einfach zu erklären, wie sie zu ihrer pauschalen Wertung von Prozentverhälnissen kommt, unterstellt sie mir implizit eine positive Wertung des Frauenanteils bei den Piraten. Dies ist ein bequemer Ausweg, denn ein tatsächliches Eingehen auf meine Argumente würde sie in ernsthafte Schwierigkeiten bringen, da sie nun auf einmal konkret begründen müßte, woher sie zu wissen meint, daß ein geringer Frauenanteil automatisch Benachteiligung bedeutet.

Ziemlich beklemmend wird es dann mit der zweiten Hälfte ihrer Antwort, die mit dem Satz beginnt:"Und damit, das andere andere Ansichten haben, muss man eben rechnen."
Damit muß man tatsächlich rechnen. Mit "anderen Ansichten" von Kritikern möchte Frau Schrupp sich offenbar nicht auseinandersetzen. Die Aussagen dieses Abschnitts sind eine unfreiwillige Selbstbeschreibung der Autorin. Ihre eigenen Anschauungen stellen den absoluten Maßstab dar. Kritik daran prallt einfach ab bzw. wird delegitimiert. Es liegt ihr nicht im geringsten daran, einer anderen Meinung oder Position sachlich gerecht zu werden und sie ernst zu nehmen.

Sie versucht auch nicht, mich von ihrer Position zu überzeugen, wie sie es allerdings von anderen erwartet, bzw. hält es nicht für nötig, ihren Standpunkt plausibel zu machen.

Frau Schrupp bringt mit ihrem hier dokumentierten Verhalten also unbewußt genau das zum Ausdruck, was sie anderen unterstellt: Der andere hat objektiv unrecht, sein Standpunkt ist illegitim und einer Diskussion nicht würdig. Seine Sachfrage kann ignoriert werden, seine Ansichten sind von vornherein indiskutabel. Es ist gar nicht nötig, sich damit auseinanderzusetzen. Ihr eigener Standpunkt ist die absolute Norm. der sich andere unterordnen müssen, die nicht zur Disposition gestellt wird.

Diese Prozesse laufen natürlich unbewußt ab. Auf solch eine Weise schützen sich Gender-Ideologen und Feministinnen vor unangenehmen Wahrheiten und vor einer Demontage ihrer Trutzburg. Dieser für Feministinnen gänzlich typische Geisteszustand kann hier mal an einem konkreten und besonders frappierenden Fall studiert werden.

An der Antwort von Frau Schrupp kann man meines Erachtens auch gut die Verselbständigung und beklemmende Selbstverständlichkeit der Abwehrreaktionen von femi- nistisch ausgerichteten Personen studieren: Willkürliche, pauschale und völlig ignorante Diskreditierungen. Abwehr bedrohlicher Sachargumente mittels bloßer negativer Zuordnungen und Verleumdungen - die in diesem Falle noch nicht einmal explizit ausgesprochenen werden und im Gender-Universum eine Art Folklore oder religiöses Ritual darstellen. Sobald auch nur ein Hauch von plausibler Kritik erscheint, setzen die primitivsten Abwehrmechanismen ein. Die anderen sind immer die Bösen. Wir wollen ja das Gute und sind deshalb immer im Recht.

Jede Diskussion erübrigt sich dann leider...

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