© 2009-2015 Gender - Theorie oder Ideologie?

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- Theorie oder Ideologie?

Gender-Ideologie - eine KurzeinführungWas ist Normativität?Die biologische Dimension unseres Mann- und FrauseinsEin kritischer Blick auf die GeschlechterdebatteWarum ist unsere Geschlechtlichkeit ausschließlich biologisch bedingt?Die Polarität Mann-FrauDas Pamphlet einer Gender-Forscherin - Sigrid Schmitz dekonstruiert
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Dieser Text ist eine Art Tour d'horizon und Tour de force der Gender-Ideologie. Er besteht aus drei Teilen, die man wohl am besten separat liest. Der Text ist sehr aus- führlich.

Ein kritischer Blick auf die Geschlechterdebatte

Ursprünglich hatte ich vor, meinen Aufsatz "Die biologische Dimension unseres Mann- und Frauseins" in einem sachlichen Ton abzufassen. Angesichts des blanken Unsinns, den die Gender-Forschung bereithält, konnte ich aber nicht anders als eine Satire zu verfassen. Eigentlich wollte ich einen ernsthaften Text schreiben, in dem ich ganz nüchtern die biologischen Ursachen unserer Geschlechtlichkeit aufzuführen gedachte.

Ab einem bestimmten Schwachsinnsgrad jedoch - und dieser ist bei der Gender-Theorie und ihren Anhängern eindeutig gegeben - kann man meines Erachtens nur noch eine Satire schreiben.

Gender-Theoretiker haben hinlänglich bewiesen, daß sie an einer biologischen Erklärung der Unterschiede von Mann und Frau gar kein Interesse haben. Es ist somit auch zwecklos, den xten Versuch in dieser Hinsicht zu unternehmen. Gender-Theoretiker fordern durch ihr Gebaren geradezu dazu auf, eine Parodie ihrer selbst zu verfassen.

Ich werde mich also bemühen, auch wenn es mir schwerfällt, forthin möglichst sachlich zu bleiben, und möchte mit diesem Artikel die Aufmerksamkeit des Lesers auf einige Besonderheiten in der Gender-Debatte lenken, die kaum oder gar nicht Beachtung finden. Diese Besonderheiten liegen - wie für diese Webseite üblich - vor allem auf einer übergeordneten Ebene. Hier kann man leicht zahlreiche Absurditäten und Widersprüche des Gender-Lehrgebäudes herausarbeiten.

Zunächst einmal wird dem geneigten Leser bei der Lektüre meines ursprünglichen Artikels aufgefallen sein, daß ich dort Argumente verwende, die nirgends in der gegenwärtigen Debatte auftauchen. Ich zeige dort, wenn auch etwas subtil, wie man unsere Geschlechtsunterschiede durch den bloßen Blick auf die Anatomie von Mann und Frau, letztgültig und über jeden Zweifel erhaben evolutionsbiologisch erklären kann. Aus den Eigenarten des männlichen und weiblichen Körperbaus lassen sich zahlreiche zwingende Schlüsse über das Wesen von Mann und Frau herleiten, die auch noch ganz zufällig mit unserem intuitiven Empfinden von Männlichkeit und Weiblichkeit übereinstimmen.

Wenn in den Medien und der Öffentlichkeit über die Ursachen unserer Geschlechtlichkeit geredet wird, so ist man eifrig dabei, verschiedenste Studien und Untersuchungen zu zitieren, die dieses oder jenes belegen sollen. Gender-Theologen weisen darauf hin, daß zehntausend Studien ergeben haben, daß es entweder keine signifikanten Unterschiede im Verhalten und in den Hirnaktivitäten von Männern und Frauen gebe oder daß etwaige Unterschiede auf kulturelle Faktoren zurückführbar seien. Dabei fragt man sich natürlich, was solche Feststellungen eigentlich wert seien. Denn solche Befunde sind natürlich bedeutungslos. Auch wenn man 30 Milliarden biologisch bedingte Unterschiede von Männern und Frauen belegen würde, hätte dies keinerlei Bedeutung.

Natürlich sieht die Sache etwas anders aus, wenn Forschung als Faustpfand für ideologische Forderungen aller Art und als Legitimation für persönliche Lebensentwürfe wie Homo- und Transsexualität herhalten muß. Dann ist es nämlich extrem wichtig, daß dieses oder jenes Forschungsergebnis das Licht der Welt erblicken möge - oder besser: im Sinne der Gender-Ideologie interpretiert wird. Man fragt sich, warum es überhaupt eine Debatte gibt bei diesem Thema - ist die Frage der Gleichberechtigung doch völlig unabhängig von den Ursachen unserer Geschlechtlichkeit.

Die Geschlechter-Debatte existiert, weil es einzig und allein darum geht, wie bestimmte Forschungsergebnisse hinsichtlich der Heilsvorstellungen und politischen Ziele von Gender-Propheten instrumentalisiert werden können. Außerdem ist es in dieser Frage unabdingbar, daß diese realexistierende Instrumentalisierung von Wissenschaft gebetsmühlenartig und in einer beklemmend stupiden Weise biologischen Erklärungsversuchen unterstellt wird.

Diese "feindlichen" biologischen Erklärungsversuche sind nachweislich ausschließlich dazu da, um die Menschen im Rahmen einer "heteronormativen Geschlechterdiktatur" zu unterdrücken und ein "konservatives Rollenverständnis" zu legitimieren.

Diese Erklärungsversuche sind also das Böse schlechthin.

Es ist wichtig, sich immer wieder diese normativ-politisch grundierte Aufgeregtheit und Hysterie von Gender-Gläubigen vor Augen zu halten, vor deren Hintergrund die verschiedenen Forschungsergebnisse präsentiert und gedeutet werden. Also die Zwangsvorstellungen hinsichtlich der Frage der Gleichberechtigung, mit denen diese Debatte verbunden ist. Diese Situation ist eigentlich für jeden wissenschaftlich denkenden Menschen ein Graus - der Sachfragen gerne neutral und ohne politische Verknüpfungen erörtern möchte.

Vertreter der biologischen Erklärungsrichtung führen ebenfalls eine Fülle von Argumenten an, die ihrer Meinung nach die weitgehende biologische Bedingtheit unserer Geschlechtsunterschiede belegen. Deren Argumentationen sind wesentlich plausibler und hinterlassen kaum den peinlichen Eindruck politischer Zweckgerichtetheit, wie er durchgängig bei Vertretern der Gender-Theorie zu beobachten ist.

Wieso also ist in dem Diskurs über die Ursachen von Männlichkeit und Weiblichkeit bisher nirgends darüber gesprochen worden, welche Aussagekraft wohl die Anatomie der Geschlechter und deren Gesichtszüge in bezug auf die Bedingtheit unserer Geschlechtlichkeit haben?

Daß Gender-Theoretiker sich keine Gedanken darüber machen, welche Schlußfolgerungen man aus den körperlichen Unterschieden von Mann und Frau ziehen kann, ist ja nicht weiter verwunderlich. Dies würde ja das schöne Gender-Projekt infrage stellen. Nicht zu vergessen die Befreiung der Menschheit von der Geißel der Zweigeschlechtlichkeit.

Erstaunlich ist vielmehr, daß Wissenschaftler, die biologische Erklärungsansätze vertreten, zwar zahlreiche Belege hierfür vorlegen, aber bei aller Plausibilität dieser Belege nicht einfach auf die Konstitution des männlichen und weiblichen Körpers verweisen. Diese muß ja irgendwie entstanden sein. Was läßt sich daraus schließen, welche Aufgaben Männer und Frauen jeweils hatten, die offensichtlich so entscheidend und lebenswichtig waren, daß sich nicht nur der Körper entsprechend entwickelt hat, sondern sogar die Gesichtszüge davon Zeugnis ablegen?

An dieser Stelle ließe sich noch für Freunde der Gender-Theorie anfügen, daß diese anatomischen Unterschiede so wichtig waren und sind, daß sie sich bis heute auch nicht wieder nivelliert haben, sondern nach wie vor bestehen.

Der menschliche Körper ist eine Art Visitenkarte der Evolution. Wir können ihn wie einen Abdruck des menschlichen Lebens und der Lebensbedingungen unserer Vorfahren betrachten. Wer wirklich zwingende und endgültige Belege für die verschiedenen Lebensbedingungen von Männern und Frauen sowie für die biologische Bedingtheit unserer Geschlechtlichkeit haben möchte, muß nur auf den männlichen und weiblichen Körper wie in ein evolutionäres Geschichtsbuch schauen. Der männliche Körperbau zeigt beispielsweise eindrücklich, daß physische Extremsituationen und Leistungen wesentlich von Männern erbracht wurden - dementsprechend sich auch eine entsprechende mentale Orientierung und Intelligenz entwickelt hat. Männer können sich besser abstrakt orientieren, können physische Prozesse leichter verstehen und interessieren sich auch mehr dafür. Es erübrigt sich hier der Hinweis, daß Frauen im genau gegenteiligen Bereich - in der psychischen Sphäre - besondere Talente haben und hier mehr Interesse aufweisen. Merkwürdigerweise ist diese mentale Orientierung auch recht probat angesichts der weiblichen Gebärfähigkeit.

Man kann viel über die ideologische Verseuchung und Geiselnahme der Geschlechterdebatte durch Feministinnen in Erfahrung bringen, wenn man sich der Frage annimmt, wieso eine derartig zweckgerichtete Theorie wie die Gender-Theorie den Diskurs über die Geschlechtsunterschiede so massiv beherrschen kann, obwohl uns die Evolutionsbiologie die Erklärung unserer Geschlechtsunterschiede quasi auf dem Silbertablett serviert. Für jedermann, ohne die geringsten wissenschaftlichen Kenntnisse einsehbar.

Die Frage nach unseren Geschlechtsunterschieden ist längst beantwortet. Die Antwort paßt nur nicht in unsere Zeit, da sie gewissen politischen Zwecksetzungen nicht entspricht. Sie steht quer zur allgemeinen Auffassung von Gleichberechtigung als einer Gleichverteilung und einer totalen Relativität der Geschlechtlichkeit. Die ideologische, sachlich nicht begründbare Verknüpfung eines gesellschaftlichen Ideals mit einer bestimmten präferierten Antwort auf eine neutrale und von diesem Ideal völlig unabhängige wissenschaftliche Fragestellung delegitimiert und diskreditiert die biologische Erklärungskategorie.

Es geht also um die Frage, warum eine derartig offenliegende Antwort nicht zur Kenntnis genommen wird. Es müßte nur jemand draufzeigen und der Spuk wäre vorbei. Das Offensichtliche wäre offenbar.

Was sollte denn - nebenbei bemerkt - sonst unsere Geschlechtlichkeit bestimmen als die Biologie? Wir reden hier ja nicht von unserem Menschsein als ganzem, von unserer Individualität, unserer Persönlichkeit - sondern von einem bestimmten allgemeinen Aspekt unseres Menschseins. Die Vorstellung einer kulturellen Bedingtheit der Geschlechtlichkeit führt schlichtweg den Begriff des Geschlechtlichen selbst ad absurdum. Er wäre sinnlos. Denn Geschlecht meint nichts anderes als unsere komplementäre Fortpflanzungsfähigkeit und die damit verbundenen evolutionsbiologischen Differenzierungen. Der Begriff beschreibt etwas fest Definiertes, Unabänderliches - unser Mann- und Frausein als unveränderliche, sich jeweils ausschließende Kategorie. Die Bezeichnung "Geschlecht" ergibt schlicht keinen Sinn, wenn sie etwas anderes als Mann und Frau benennen soll.

Wenn unsere Geschlechtlichkeit kulturell bedingt wäre, so könnten unser Mann- und Frausein nicht mehr benannt werden. Auch eine Begriffsschizophrenie, also ein angeblich abgetrenntes "soziales Geschlecht" wäre Nonsens. Alles mögliche an uns ist "sozial". Ein "soziales Geschlecht" allerdings ist ein Widerspruch in sich. Das Moment des Sozialen hebt die Bedeutung, den Sinn des Geschlechtsbegriffs auf. Unser Mann- und Frausein kann gar nicht sozial geprägt sein, wir als Männer und Frauen dagegen schon. Wenn Gender-Theoretiker gerne über unser Sozialisiertsein sprechen möchten, dann sollten sie hierfür nicht den Geschlechtsbegriff mißbrauchen.

Wenn die Geschlechtlichkeit als solche kulturell bedingt wäre, dann gäbe es sie schlichtweg nicht mehr, da sie beliebig formbar wäre. Was an uns wäre noch "Geschlecht" im eigentlichen Sinne? Wozu gibt es diesen Begriff überhaupt? Was soll dieser eigentlich klassifizieren, wenn wir von einer hundertprozentigen kulturellen Bedingtheit sprechen? Der Begriff Geschlecht definiert sich gerade ausschließlich nichtkulturell. Mit einer nachträglichen kulturellen Definition bewegt man sich in einer dadaistischen Kunstwelt, da Geschlecht schlichtweg nicht kulturell definierbar ist.

Natürlich sind wir als Individuen in hohem Maße sozio-kulturellen Einflüssen ausgesetzt. Mit unserer Geschlechtlichkeit hat dies nur nicht im geringsten etwas zu tun. Diese bleibt trotz allem biologisch bedingt und unabänderlich und kümmert sich nicht um die Delirien des Zeitgeists oder einiger Sozialwissenschaftler. Im übrigen läßt sich so auch viel besser die Wirklichkeit fassen, in der sich untrüglich trotz allen gesellschaftlichen Wandels ein ewiges Wesen von Mann und Frau manifestiert. Wieso sind wir also so sozial flexibel, und wieso repräsentieren trotzdem jeder Mann und jede Frau das ewig Männliche und Weibliche? Einen ausführlichen Exkurs zur hier beschriebenen Verhunzung bzw. Auflösung des Geschlechtsbegriffs findet man im Artikel "Warum ist unsere Geschlechtlichkeit ausschließlich biologisch bedingt?". Dort wird gezeigt, wie der Geschlechtsbegriff mißbraucht wird, um ethische und politische Ideale unterzubringen, die anderweitig längst gewährleistet sind.

Eine kulturell bedingte Geschlechtlichkeit ist schon begriffslogisch nicht denkbar. "Gender"-Theoretiker mögen einmal erklären, wieso sie den Begriff der Geschlechtlichkeit überhaupt noch verwenden und wo dieser bleiben soll, wenn sich die Gender-Theorie eines Tages einmal durchsetzen sollte. Der Geschlechtsbegriff ist der Gender-Theorie zufolge ein formloses Nichts, eine Art Nonsens-Kategorie, die auch Spunk, Teletubbie oder Bonanza heißen könnte.

Selbst wenn unsere "Geschlechlichkeit" nur zum Teil kulturell bedingt wäre, möchten "Gender"-Gelehrte bitte darlegen, welche Berechtigung der Begriff "Geschlecht" überhaupt für diesen Bereich haben soll. Manch ein Leser wird vielleicht ahnen, daß das eigentliche Problem der Debatte in einer unzulässigen Aufblähung und Überfrachtung des Geschlechtsbegriffs liegt, der nun auch noch zur Erklärung unserer Freiheit und Variabilität herhalten muß.

Unsere Geschlechtlichkeit existiert aber unabhängig von einer sozialen Variabilität. Da nützt es auch nichts, wenn Gender-Theoretiker beispielsweise die vielen Veränderungen im Geschlechterleben der letzten 200 Jahre als Veränderungen des Mann- und Frauseins beschreiben. Natürlich leben die Geschlechter heute anders als in früheren Zeiten - sie sind aber nach wie vor Mann und Frau. Warum wohl? Weil die Geschlechtlichkeit eben nicht sozial veränderbar ist, sehr wohl aber unsere Lebensumstände, der gesellschaftliche Kontext. An Männlichkeit und Weiblichkeit als solcher verändert sich natürlich nichts.

Sehr zum Leidwesen von Gender-Theoretikern. Denn diese Beschreibung der Realität erklärt sehr viel plausibler, warum wir uns beispielsweise nach wie vor als Mann und Frau begehren, warum wir so untrüglich das andere und das eigene Geschlecht identifizieren können, warum uns nach wie vor Welten trennen. Der Gender-Ideologie zufolge wäre es möglich, daß wir beispielsweise massenhaft das gleiche Geschlecht psychisch begehren, obwohl wir körperlich-biologisch uns zum anderen Geschlecht hingezogen fühlen. Die angebliche soziale Variabilität unserer "Geschlechtlichkeit" hätte zur Konsequenz, daß ein Mann zwar durch einen weiblichen Körper sexuell stimuliert - und durch einen männlichen Körper abgestoßen - aber psychisch beispielsweise einen Mann begehren kann, weil der eben "sozial" wie eine Frau rüberkommt. Schließlich ist unsere "Geschlechtlichkeit" ja sozial geformt. Wir können uns also darauf einstellen, uns massenhaft in das gleiche Geschlecht zu verlieben - nur der Körper steht dann noch im Wege. An diesen entlarvenden und verblüffend einfachen Überlegungen läßt sich schnell die Hirnrissigkeit der Theorie vom angeblich sozialen "Geschlecht" illustrieren. Der Begriff Geschlecht ist eben in Mode. Da schalten manche schnell ihren Verstand ab.

Das Problem der Gender-Konfusion löst sich ganz einfach, wenn man begreift, daß unser psychisches und physisches Geschlecht nur einen Teil unseres Menschseins ausmacht und regelrecht unveränderlich sein muß, um überhaupt Sinn ergeben zu können. Mit dem Begriff Geschlecht werden lediglich bestimmte unabänderliche biologisch bedingte mentale und körperliche Unterschiede von Mann und Frau bezeichnet. Genau diese Substantialität wird damit begrifflich gefaßt. Darüberhinaus bleibt genug Spielraum, sich als Mensch zu entfalten. Mann und Frau bleibt man trotzdem - mit all den unverwechselbaren und wesenhaften Eigenschaften bzw. Gewichtungen.

Der Begriff der Geschlechtlichkeit erhält seinen Sinn also erst gerade dadurch, daß er die biologische Unterschiedlichkeit von Mann und Frau beschreibt - egal wie groß oder klein diese sein mag.

An diesem Punkt muß man sich auch der Frage widmen, warum "Gender"-Theoretiker eigentlich zwanghaft einen Begriff verwenden, der durch ihre Anschauungen sinnlos geworden ist. Es ist für den besorgten Bürger wirklich schwer zu begreifen, daß es sich bei den Vertretern dieser Ideologie um etablierte Professoren und Akademiker handelt, die offenbar schon nahe am Rande des Wahnsinns agieren müssen, um solch einen Unsinn von sich geben zu können, die augenscheinlich nicht über die geringste begriffliche Reflexionsfähigkeit verfügen, wie man dies von Universitätsgelehrten erwarten darf.

Es macht das Wesen des Begriffs der Geschlechtlichkeit aus, daß diese ausschließlich biologisch bedingt ist und die Gegebenheiten der Fortpflanzung begrifflich faßt. Die Kategorie Geschlecht existiert einzig und allein aufgrund der sich bedingenden Fortpflanzungsfähigkeit zweier Gruppen von Individuen einer Art. Nichts anderes soll mit diesem Begriff gesagt werden.

Diese Zeilen werden vermutlich betretenes Schweigen im Lager der Gender-Propheten verursachen. Es ist aber auch bezeichnend wie geistig verwirrt wir sind, daß diese unendlich einfachen Sachverhalte auch von Menschen nicht realisiert werden, die noch halbwegs bei Verstand sind. Es bedarf keiner neunmalklugen Untersuchungen über X- und Y-Chromosomen, über männliche und weibliche Gene, über Hormonhaushalte oder Gehirnstrukturen, um unsere Geschlechtlichkeit zu "definieren". Solche Argumentationen und Forschungen werden tatsächlich von seriösen Forschern vorgebracht, die erklären wollen, was unsere Geschlechtlichkeit auf organischer Ebene ausmacht bzw. wie man sie eindeutig feststellt.

Entgegen der Gender-Propaganda ist eine eindeutige Bestimmung des männlichen und weiblichen Geschlechts weder schwierig noch unmöglich noch spielen hier irgendwelche Vorgefaßtheiten oder gesellschaftlich bedingte Vorstellungen von "männlich" und "weiblich" eine Rolle.
Gender-Theoretikern kann leider Folgendes nicht erspart bleiben: Männer zeugen Kinder, Frauen gebären Kinder. So einfach ist das. Der Begriff der Geschlechtlichkeit ist bereits für den Vorgang der Fortpflanzung reserviert und in dieser Hinsicht sehr ergiebig.

Unsere Geschlechtlichkeit ist eine der unmittelbarsten und grundlegendsten Erfahrungen überhaupt. Dieser Begriff muß nicht durch wissenschaftliche Untersuchungen "abgesichert" werden, da vermutlich auch schon Urmenschen die Intelligenz aufbrachten und verstanden, wie sich Menschen fortpflanzen. Nur diesen Prozeß bezeichnet der Begriff der Geschlechtlichkeit. Daran ist nichts "kulturell" wegzudeuteln.

Wie kann es dazu kommen, daß die Öffentlichkeit sich heutzutage von Gender-Theoretikern genötigt sieht, den Begriff der Geschlechtlichkeit überhaupt "begründen" und "wissenschaftlich" darlegen zu müssen? Wie kann es sein, daß sich dieses Milieu mit seinem absurden Relativismus akademisch etablieren kann und auftritt, als würde es irgendeine relevante Forschung betreiben und als seien ihre Theoreme kein hanebüchener Unsinn? In was für einem geistigen Zustand sind Gender-Astrologen, die den Begriff der Geschlechtlichkeit derartig von den simpelsten Fakten entkoppeln und aus ihm eine Art willkürliches Phantasiegebilde ohne jede begriffliche Plausibilität formen? Völlig losgelöst von der Realität?

Vielleicht spielt es ja eine Rolle, daß ein Großteil der Gender-Gemeinde "homosexuell" ist. Aber man will ja nichts Böses vermuten. Es sind ja seriöse Wissenschaftler, die ganz sicher eine zweckfreie Forschung betreiben und nicht ihre persönlichen Komplexe "verarbeiten" und "wissenschaftlich" versilbern wollen. Gender-Forscher möchten zudem einmal erklären, was wir eigentlich mit Begriffen wie männlich und weiblich in Zukunft anfangen sollen, da sie nach ihrem Verständnis bedeutungslos sind. Können die jetzt aus dem Wörterbuch gestrichen werden?

Und was ist mit unseren Vorfahren los gewesen? Warum haben sich unter allen Völkern, in jedem Winkel der Welt die Begriffe Mann und Frau herausgebildet? Was bezeichnen diese Begriffe überhaupt, und warum sind sie entstanden? Was benennen wir heute damit? Sollten wir nicht auch die Begriffe Erde und Himmel hinterfragen? Oder Pflanze und Tier? Stadt und Land? Möglicherweise werden wir hier fremdbestimmt und müssen einen epochalen Schwindel aufdecken.

Es gibt noch viele Betätigungsfelder für die selbstlose Aufklärungsarbeit von Gender-Gläubigen.

Teil 2

Der Begriff der Geschlechtlichkeit setzt gerade deren biologische Bedingtheit voraus. Alles andere wäre Nonsens, da bei einer wie auch immer gearteten "kulturellen" Bedingtheit keine Geschlechter mehr differenziert werden könnten. Der Begriff der Geschlechtlichkeit wäre sinnlos, bedeutungsleer. Man könnte "ein" "Geschlecht" feststellen. Und ebenso gut auch "hundert". Es gibt kein seriöses Differenzierungskriterium mehr. Der Begriff hätte keine Grundlage.
Was rechtfertigt die Bezeichnung "Geschlecht", wenn sie nicht ausschließlich auf die komplementäre Fortpflanzungsfähigkeit der zugrundeliegenden Objekte abzielt? Haben unsere meist homosexuellen Freunde hier vielleicht Komplexe, wenn sie den Begriff der Geschlechtlichkeit von seiner einzigen und ausschließlichen Grundlage, der Fortpflanzung und Sexualität von Mann und Frau, entkoppeln?

Es wäre auch eine noble Geste, wenn man uns einmal erklärt, warum die Zweigeschlechtlichkeit etwas Negatives ist und eine "fremdbestimmende Ordnung" darstellt, eine Fünfzehngeschlechtlichkeit aber nicht. Ich fühle mich hier diskriminiert, da ich zum sechzehnten "Geschlecht" gehöre. Außerdem wird die Allgemeinheit interessieren, was für Nachkommen eigentlich diese übrigen "Geschlechter" zeugen. Es muß ja einen Grund haben, warum sie mit dem Begriff "Geschlecht" geadelt werden. Haben Gender-Forscher noch nicht verstanden, warum dieser Begriff überhaupt existiert?

Wenn die Vorstellungen von Geschlecht "kulturell" bedingt sind, wieso ist dann die in unserer Kultur entwickelte Vorstellung von zwei Geschlechtern etwas Negatives, aber die Vorstellung von fünf, zehn oder 25 Geschlechtern etwas besseres? Warum sollte eine kulturelle Prägung, die viele "Geschlechter" annimmt, besser sein als eine andere, die zwei Geschlechter annimmt? Worin besteht die Illegitimität unserer kulturellen Prägung, worin besteht die Legitimität einer Prägung, wie sie Gender-Propheten favorisieren? An diesen einfachen Fingerzeigen offenbart sich die ganze Schwachsinnigkeit des Gender-Brimboriums. Warum traut sich niemand, die Absurdität dieses Relativismus zu benennen? Wie kann sich solch eine Pseudowissenschaft ohne Widerspruch an der Universität einnisten?

Wollen wir uns irgendwann gegen eine Ordnung der Fünfzehngeschlechtlichkeit auflehnen?

Wir schreiben das Jahr 2525. Wissenschaftler verkünden eine bahnbrechende Entdeckung: Unsere Geschlechtlichkeit ist - kulturell bedingt! Es gibt nicht 15 Geschlechter, wie es die um die letzte Jahrtausendwende etablierte und in Jahrhunderten von skrupellosen Gender-Diktatoren zementierte "Geschlechterordnung" diktiert, sondern nur zwei. Die übrigen 13 sind durch kulturelle Fremdbestimmung und brutale Rollenstereotypisierungen der selbstherrlich und seit Äonen waltenden Gender-Administration entstanden, die uns in ein fürchterliches Korsett der Fünfzehngeschlechtlichkeit spannte. Es bedeutet also eine große Befreiung für uns alle, wenn wir begreifen, daß die Kategorie "Geschlecht" ein durch Gender-Theoretiker forciertes gesellschaftliches Konstrukt ist. Nieder mit dem System der Fünfzehngeschlechtlichkeit! Es lebe die Freiheit der zwei Geschlechter!

Für Gender-Theoretiker sind die haarsträubenden Widersprüche ihrer Religion natürlich kein Problem. Nur müssen sie erklären, wie wir ohne die Begriffe Mann, Frau und Geschlecht auskommen sollen bzw. wie diese Begriffe überhaupt entstanden sind, wenn sie angeblich keine natürliche Entsprechung haben. Natürlich haben Gender-Adepten nicht den geringsten überzeugenden Erklärungsansatz dafür, wie solch ein merkwürdiges Arrangement, das die Gender-Theorie zeichnet, überhaupt konkret entstanden sein mag. Warum fühlen sich 99% der Menschen mit den Bezeichnungen Mann und Frau ausgesprochen wohl? Womöglich durchschauen sie ihre eigene Fremdbestimmung noch nicht.

Erklärungsbedürftig ist ebenfalls, was im Rahmen der Weltverbesserungsvorstellungen im Rahmen der Gender-Ideologie das ständige Gefasel von einer "Geschlechterordnung" und die Fixierung auf die "Rollen" von sogenannten "Männern" und "Frauen" soll, wenn es sowieso keine "Geschlechter" gibt. Worauf beziehen sich Gender-Theoretiker hier eigentlich, wenn sie Veränderungen anmahnen? Warum benutzen sie diese Begriffe überhaupt? Wenn diese doch reine Schimären sind? Was bezeichnen Gender-Ideologen überhaupt, wenn sie eine Gleichverteilung oder Gleichschaltung von "Männern" und "Frauen" anmahnen?

Wieso ist dieses angeblich illegitime und zu verwerfende Begriffssystem auf einmal unentbehrlich zur Analyse der gegenwärtigen Zustände und zur Formulierung der Endlösung der Geschlechterfrage?

Gender-Technologen bestätigen gerade durch ihren mit akademischen Weihen ausgestatteten Schwachsinn die Begriffe und Kategorien, die sie selbst eigentlich abschaffen wollen - genderkorrekt:"dekonstruieren" - und die angeblich nur Konstrukte einer wie auch immer gearteten "Geschlechterordnung" sind.

Welche "Geschlechter" werden denn da eigentlich geordnet?

Vielen Menschen fallen diese dadaistischen Absurditäten nicht auf, die bereits vor aller Empirie und Forschung die Gender-Theorie wissenschaftlich diskreditieren, da bereits mannigfaltige Konflikte und Widersprüche auf einfachster geistiger Ebene nachweisbar sind.

Ein Gender-Theoretiker ist natürlich in der Lage, alles Mögliche zusammenzufaseln und zu konstruieren:

"Bei den Begriffen Mann und Frau sowie Geschlecht handelt es sich um Konstruktionen, die in unserem Denken bereits implementiert sind, und deshalb "bilden wir uns ein" und kommen immer wieder zu dem Ergebnis, daß es so etwas wie Männer, Frauen und eine Geschlechtlichkeit gibt. Diese Begriffe sind aber von vornherein illegitim und wurden in einer "patriarchalen Ordnung" geprägt und dienen ihrer Aufrechterhaltung."

Mithilfe solch frei erfundener Mythologien delegitimieren Gender-Theologen sämtliche ihrer Ideologie zuwiderlaufenden deskriptiven Fakten.

Gender-Phantasten fragen sich nicht, ob es vielleicht eine gewisse Indikation für die Begriffe Mann, Frau und Geschlecht gibt angesichts der Tatsache, daß Mann und Frau einander heiß begehren, ihre Zweisamkeit als große Erfüllung erleben, ihre Geschlechtsorgane - wieso heißen die eigentlich so? - irgendwie und auf schier unglaubliche und rätselhafte Weise komplementär sind und nur Männer und Frauen zusammen Kinder zeugen können und das Überleben der menschlichen Gemeinschaft sichern. Wieso läuft das eigentlich auf tierischer Ebene genauso?

Hier mal eine kleine Illustration aus dem Wikipedia-Artikel zur Homosexualität, die verdeutlicht, wie der Gender-Fortschritt bereits Einzug gehalten hat und wie leicht sich Menschen von dieser Ideologie korrumpieren lassen:

"Die naturwissenschaftliche Betrachtung der sexuellen Orientierung konzentriert sich, wegen der heteronormativen Eingrenzung des Blickwinkels, auf die Ursachen der Entstehung von Homosexualität, während die Fragen nach Ursachen der Heterosexualität nur selten gestellt werden."

Wir müssen also beschämt feststellen, daß unser Blickwinkel durch die "heteronormative Matrix", in der wir leben, eingeschränkt ist und wir daher befangen sind. Wir setzen so sehr die "Heterosexualität" als selbstverständlich voraus, daß wir sie gar nicht infrage stellen. Dieses schier unglaubliche Rätsel der "Heterosexualität" begleitet uns also nun schon seit Menschengedenken. Niemand stellt die Frage nach ihrer Ursache. Schließlich können wir uns ja auch gedanklich, telepathisch oder mittels WLAN fortpflanzen. Wozu brauchen wir also die Heterosexualität? Die "heteronormative Eingrenzung" hindert uns tatsächlich zu sehen, daß ja auch die "Heterosexualität" erklärt werden muß und äußerst rätselhaft ist. Mal sehen, welch unfaßbares Geheimnis dereinst einmal die "Heterosexualität" zu erklären vermag. Wikipedia-Autoren sind diesem Rätsel bestimmt schon dicht auf der Spur.

An Momenten wie diesem zeigt sich sehr plastisch, wie Wissenschaft und Denken von Zeitgeist und etablierten Heilslehren deformiert werden. Vermutlich wird uns einmal Erich von Däniken erklären, wie es zur mysteriösen "Heterosexualität" gekommen ist. Auf ihm ruhen unsere letzten Hoffnungen.

Wieso haben wir, mal abgesehen von Gender-Theoretikern, eigentlich solch eine genaue und untrügliche Vorstellung davon, was das andere Geschlecht sei und was es für uns so reizvoll macht? Warum ist diese Gefühlsdimension so elementar und vital, daß man sie um keinen Preis der Welt missen wollte?
Die unmittelbar sich aufdrängende Erklärungsmöglichkeit, daß dieses emotional-ästhetische Arrangement schlicht und einfach aus der Wichtigkeit und Existentialität der Fortpflanzung des Menschen resultiert, muß leider ausfallen. Denn viel wahrscheinlicher ist, daß irgendwann vor Jahrtausenden aus dem Nichts die "Geschlechterordnung" entstanden ist, die willkürlich und ohne jede Plausibilität oder sachliche Grundlage zwei Geschlechter und eine "heterosexuelle Matrix" festlegte, die Menschheit also fortan einer großen Fremdbestimmung aussetzte. Wir Gender-Theoretiker bitten also um Verständnis, wenn wir uns für die nächsten Jahrzehnte der Erforschung dieses rätselhaften Phänomens widmen müssen.

Es ist wirklich schwer, angesichts solch einer geistigen Insuffizienz die Ruhe zu bewahren. Aber dies kümmert Gender-Theoretiker nicht. Für sie bergen ihre kruden Hirngespinste und der ihnen zugrundeliegende Relativismus einen entscheidenden Vorteil. Nun läßt sich leicht die eigene Homosexualität legitimieren und als natürlich deklarieren. Zusätzlich läßt sich noch der in der Kindheit erfahrene sexuelle Mißbrauch, der zur Homosexualität und verschiedensten sexuellen Pathologien führte, mit Begrifflichkeiten wie "Zwangsheterosexualität" oder "Heteronormativität" symbolisch verkleiden und unbewußt in Szene setzen, um seine geistige und emotionale Umnachtung aufrechtzuerhalten. Diese "Zweigeschlechtlichkeit" des sexuellen Mißbrauchs, die willkürliche und fremdbestimmende "Geschlechterordung", die plötzlich mit aller Schmerzlichkeit die eigene Geschlechtlichkeit erleben ließ, gab es also tatsächlich.

Viele Menschen realisieren leider nicht diese allzu offensichtlichen tiefenpsychologischen Zusammenhänge, die sich hinter den paranoiden Gedankenfiguren der Gender-Ideologie und ihren vielfach homo- und transsexuellen Vertretern verbergen.

Statt sich also mit der eigenen Kindheitsgeschichte auseinanderzusetzen und vielleicht dort die Ursache für das Gefühl der merkwürdigerweise geschlechtlich konnotierten Fremdbestimmung ausfindig zu machen, bringen Gender-Theoretiker mit ihren Begriffen und Konstruktionen unbewußt den real erfahrenen sexuellen Mißbrauch durch einen Elternteil zum Ausdruck und projizieren ihn pauschal auf die Gesellschaft, die Menschen angeblich zur Heterosexualität zwingt.

Hier wird auch der paranoide Charakter der Gender-Ideologie deutlich: Mit aller Macht versucht man das, was man auf keinen Fall in bezug auf sich selbst wahrhaben will, auf die Gesellschaft zu projizieren. Sei es auch noch so absurd. Man nimmt lieber die verrücktesten Konstruktionen inkauf und bezeichnet diese als "Wissenschaft", als die Fremdbestimmung der eigenen Kindheit realisieren zu müssen.
Wo findet möglicherweise tatsächlich ein "Zwang zur Heterosexualität" statt? Wo werden kleine unschuldige und wehrlose Menschen tatsächlich zu etwas gezwungen, was ihnen überhaupt nicht entspricht und sie zutiefst verängstigt?

Judith Butler, die so etwas wie die Päpstin der Gender-Sekte ist und sich offenbar sehr für das Thema Inzest interessiert, ist zufällig lesbisch. Sabine Hark, die offenbar wichtigste "Gender-Forscherin" in Deutschland, also quasi die Erzbischöfin von Madame Butler, ist - zufällig - ebenfalls lesbisch. Alice Schwarzer, eine ausgeprägte Gender-Amazone, die den "heterosexuellen" Geschlechtsakt als "Akt der Unterwerfung" empfindet, ist - sogar mehr als zufällig und extrem unerwartet - lesbisch! Wieso kommen eigentlich gerade militante Feministinnen der Anfangszeit auf den Gedanken, sämtliche Männer kastrieren zu wollen? Möchte hier niemand die indirekt artikulierte und verdrängte Not der Kindheit realisieren, die auch in vielen anderen Aussagen von Feministinnen bezüglich Sexualität zum Ausdruck kommt? Die Gesellschaft weigert sich leider bislang, die offensichtlichen Schlüsse zu ziehen hinsichtlich der subjektiven Legitimationsbedürfnisse und persönlichen Lebenshintergründe von Gender-Forschern und Feministinnen, hinsichtlich einer Instrumentalisierung von Wissenschaft und geistigen Korruptheit. Menschen denken sich doch nicht zum Spaß solch einen Irrsinn aus.

Leider ist die Frage der Freiheit und Gleichberechtigung so sehr mit unserer Ausgangsfrage verknüpft, daß insbesondere Feministinnen Amok laufen, wenn man unsere individuelle Freiheit angeblich mit biologischen Erklärungen infrage stellt. Hier wird deutlich, warum Gender-Theologen und Feministinnen geistig so abhängig sind von der kulturellen Erklärungskategorie. Sie müssen ihre persönliche Freiheit damit retten. Und natürlich die Gleichberechtigung des geschundenen Weibes. Dies geht nur, indem man die Kategorie Geschlecht mit all diesen Heilserwartungen aufbläht und belastet. Hier findet also ein ideologischer Mißbrauch der Kategorie Geschlecht statt. Diese Dimension des Mißbrauchs einer Kategorie oder eines gesellschaftlichen Themas ist kennzeichnend für sämtliche Ideologien. Bestimmte Aspekte des Lebens werden willkürlich mit Heilserwartungen aufgebläht und völlig überdehnt. Es entsteht eine Art Fixierung, die eine sachliche Auseinandersetzung mit Problemen unmöglich macht und bestimmte Sichtweisen und Erklärungsmöglichkeiten zu einem Fetisch erklärt.

In diesem Zustand ist es für Gender-Theologen auch schwer vorstellbar, daß unsere Freiheit und die Gleichberechtigung der Geschlechter, also die Ziele mit denen sich unsere Freunde so vehement schmücken, verwirklicht werden können, auch wenn unsere Geschlechtlichkeit nicht nur überwiegend, sondern sogar ausschließlich biologisch bedingt ist. Denn nur hier, also auf dem Gebiet der Geschlechtlichkeit, kann die ersehnte Freiheit und gerechte Gesellschaft verwirklicht werden. Nirgendwo anders. Diese Vorstellung ist auch auf symbolische Weise verständlich, wenn man den lebensgeschichtlichen Hintergrund vieler Gender-Theoretiker und Feministinnen miteinbezieht.

Es ist für diese Menschen in ihrer eigentlich sexistischen, also auf unsere Geschlechtlichkeit fixierten Perspektive kaum einsehbar, daß wir nicht nur Männer und Frauen sind, sondern auch Menschen, Individuen. Daß unsere Identität nicht nur aus Mann- und Frausein besteht, sondern auch aus hundert anderen Dingen. Daß wir also trotz der fundamentalen Bedeutung unserer Geschlechtlichkeit und deren ausschließlich biologischer Konstitution in hohem Maße durch alle möglichen Faktoren bestimmt werden. Durch familiengeschichtliche, gesellschaftliche, kulturelle und wenn man so will auch durch metaphysische, astrologische oder sonst irgendetwas.

Das Zauberwort diesbezüglich lautet Individualität.

Gender-Theoretiker sind allerdings in dem bedauernswerten Zustand, daß sie sich nur vorstellen können, daß unsere Individualität ausschließlich innerhalb der Kategorie "Geschlecht" verwirklicht werden kann.

"Gender"-Theoretiker behandeln die Dimension der Geschlechtlichkeit, als ob diese gleichbedeutend wäre mit unserem Menschsein als ganzem. Wir sind folglich nur noch Geschlecht. Geschlecht ist die alles überragende Kategorie. Sie ist nicht mehr nur ein Aspekt unseres Menschseins - sie ist unser Menschsein als solches. Deshalb darf es natürlich keine biologisch bedingten Geschlechtsunterschiede geben.

Gender-Missionare müssen noch lernen, daß unsere Geschlechtlichkeit einerseits nur einen Teil unseres Menschseins ausmacht, andererseits aber auch eine Bedingung unseres Menschseins ist, daß unsere Freiheit also einerseits nicht in der für Gender-Adepten typischen apokalyptischen Weise mit der Dimension der Geschlechtlichkeit verknüpft ist, andererseits aber wiederum unser Mann- und Frausein einen elementaren Teil unserer Individualität und Freiheit ausmachen, also gar nicht aus unserem Leben wegzudenken sind. Das zwanghafte Wegerklären unserer natürlichen Geschlechtlichkeit ist also freiheitstechnisch und philosophisch nicht nur völlig unnötig, es bedeutet sogar eine veritable Zerstörung unserer Identität und Freiheit, da unsere Geschlechtlichkeit ein unverzichtbarer Bestandteil selbiger ist.

Irgendwie sind unsere Freunde allerdings doch so sehr von der Vorstellung beseelt, die Kategorie Geschlecht ein für alle mal zu vernichten und auszurotten bzw. sie völlig von biologischen Bedingungen zu entkoppeln, daß es kein biologisches Mann- und Frausein geben darf. Das System der Zweigeschlechtlichkeit als solches muß überwunden werden. Denn sämtliche Ungerechtigkeiten dieser Welt sind mit dem Kriterium Geschlecht verbunden. Die Kategorie "Geschlecht" als solche ist schon illegitim, da sie der Ursprung allen Übels ist.

Für ein sexuell mißbrauchtes Kind ist dies übrigens tatsächlich so.

Das Ideal ist also der geschlechtslose Mensch. Dann ist das Paradies erreicht. Wir kommen nicht ins Paradies, wenn die Kategorie Geschlecht nicht endgülitg ausgemerzt und die Gerechtigkeit wiederhergestellt ist. Sie steht unserer Freiheit im Weg. Ebenso wie einstmals die "herrschende Klasse" oder die "minderwertige Rasse". Es gibt übrigens tatsächlich Webseiten im Internet mit Namen wie "Gender-Killers" oder "Das Ende des Sex".

Es geht hier nicht darum, die Gender-Ideologie oder den Feminismus, was das Ausmaß ihrer Destruktivität anbelangt, in die Nähe von Nationalsozialismus, Faschismus oder Kommunismus zu rücken, auch wenn sich natürlich viele übergeordnete Parallelitäten aufzeigen lassen, die für sämtliche Ideologien kennzeichnend sind.

Es geht um einen strukturellen Vergleich von Ideologien, um so das Bewußtsein des Lesers zu schärfen. Das gesamte Menschsein wird innerhalb der Gender-Ideologie auf eine bestimmte Kategorie reduziert, unser aller Wohlergehen wird mit einem bestimmten Thema, einer Losung verknüpft und hier liegt unser Heil. Es geht also um den religiös gefärbten Gerechtigkeits- und Weltenrettungspopanz, der seine Inszenierung in einem gesellschaftlich in Mode gekommenen Bereich wie z.B. Rasse, Klasse oder Geschlecht findet. Bis man irgendwann entdeckt, daß man einer Lüge erlegen ist, die uns glauben machte, daß unsere Rettung tatsächlich mit Dingen verknüpft sein muß, die sich im nachhinein als pervers, unmenschlich oder auch nur hirnrissig herausstellten.

Dies sei zum psychopathologischen Hintergrund des "kulturalistischen" Erklärungszwanges und des Geschlechtsrelativismus gesagt, von dem ja nicht nur Feministinnen und Gender-Gläubige betroffen sind, sondern letztlich die gesamte Gesellschaft. Ich möchte mit diesem Exkurs auf die persönlichen Hintergründe der Gender-Ideologie hinweisen und auf die strukturelle Gleichheit sämtlicher Ideologien. Es werden Dinge auf einer Ebene verhandelt, die dort gar nicht hingehören, mit Dingen verquickt, die nicht unbedingt notwendig sind zur Erreichung der hehren Ziele.

Die Kategorie "Geschlecht" bildet einen Fetisch für Gender-Apokalyptiker. Ähnlich wie dies für sämtliche Ideologien in bezug auf ihre jeweiligen Thematiken gilt. Das gesamte Menschsein wird auf die Kategorie "Geschlecht" reduziert. Gerechtigkeit und Freiheit sind nur hier zu erreichen. Nur wenn diese Kategorie vollständig relativ ist. Gender-Theoretiker sind also genau in der Weise auf die Kategorie Geschlecht fixiert, wie sie es pauschal der Gesellschaft unterstellen.

In diesem Zusammenhang ist es übrigens immer wieder amüsant zu erleben, wenn unsere Freunde darüber lamentieren, daß doch bitte niemand mehr nach dem Kriterium Geschlecht beurteilt werden solle. Aber genau dies tun unsere Freunde, wenn sie 50% weibliche Informatiker haben möchten oder sich wünschen, daß Männer und Frauen gleiche Verhaltensweisen an den Tag legen oder Kinder mit geschlechtsneutralem Spielzeug spielen sollen. Unsere Freunde merken nicht, daß sie den Bereich der Freiheit um die Möglichkeit der Ungleichheit und Verschiedenheit beschneiden - und damit die Menschen genau der Fremdbestimmung aussetzen, die sie gendergerecht herbeiphantasieren und von der diese guten Menschen uns "befreien" wollen.

Für Menschen, die mit den Strukturen von Ideologien vertraut sind, ist es also nicht verwunderlich, daß Gender-Theoretiker Sexismus in Reinkultur vertreten. Es handelt sich um einen Sexismus der Gleichheit. Nicht mehr um einen Sexismus der Ungleichheit, wie es ihn vor hundert Jahren einmal gab. Die Gleichheit muß über den Steigbügel Geschlecht hergestellt werden. Der Steigbügel bleibt, nur die Ideologie hat sich geändert. Das Geschlecht ist nach wie vor das Objekt des normativen Interesses.

Die Frage ist nur, warum Männer und Frauen eigentlich gleich sein müssen, warum die gesamte Gesellschaft prozentual gleichgeschaltet werden soll. Warum sogenannte "stereotype" Darstellungen von Mann und Frau oder eine geschlechtstypische Berufswahl ein Werk des Teufels sind. Was hat dies mit dem Ziel der Gleichberechtigung zu tun? Warum wird hier eigentlich alles und jedes am Kriterium Geschlecht festgemacht? Fällt Euch da nichts auf, liebe Gender-Forscher? Das gab's schon einmal - nur mit umgekehrtem Vorzeichen.

Männlichkeit und Weiblichkeit waren vor 150 Jahren stark reglementiert. Und nun reicht es offenbar nicht, daß der Zwang zur Ungleichheit, also festgefahrene traditionelle Einengungen, beseitigt wird, wie dies schon längst geschehen ist, sondern ein neuer Zwang zur Gleichheit gepredigt wird. Der ebenfalls Einengungen und Vorschriften hervorruft. Und uns suggeriert, dies sei nun unsere Freiheit.

Nicht die Ungleichheit von Mann und Frau war das Problem vergangener Zeiten, sondern der Zwang dazu, die mit unserer Geschlechtlichkeit verbundenen Normen.

Statt also den normativen Zwang aufzuheben und die Menschen in die Freiheit zu entlassen, ist nun gleich die ganze Dimension der Ungleichheit verdächtig, während die Dimension der Gleichheit willkürlich mit positiven Prädikaten versehen wird. Es geht also nicht um eine Erweiterung unserer Freiheit, sondern um eine normative Neubestimmung selbiger im Rahmen einer Heilslehre. So sieht es aus, wenn aus einem ursprünglich legitimen Anliegen und der berechtigten Kritik an einengenden Wertvorstellungen eine Ideologie wird.

Unsere Freunde haben also im Grunde genommen lediglich die eingeengte Normativität vergangener Jahrhunderte vom Bereich der Ungleichheit auf den Bereich der Gleichheit verschoben. Sie sind genauso zwanghaft und borniert wie beispielsweise Ideologen der Ungleichheit im 19. Jahrhundert, nur diesmal in die entgegengesetzte Richtung.
Wer auf feministischen Blogs und Seiten surft, kann dort häufig Klagen darüber hören, daß Frauen z.B. "noch nicht" wie Männer den Popdiskurs bestimmen, "noch nicht" wie Männer mit Weblogs im Internet präsent sind, "noch nicht" wie Männer große Unternehmen leiten.

Man muß sich hier vergegenwärtigen, daß Gender-Theoretiker praktisch Wiedergänger konservativer Ungleichheitsideologen des 19. Jahrhunderts sind, nur in einem anderen, "progressiven" Gewand. Dies sollte man bedenken, wenn man die Rhetorik unserer Freunde studiert, die sich auf's schärfste von solchen Ideologen abgrenzen, und es zu ihrem Selbstverständnis gehört, daß sie den Gegenpol "böser" konservativer Anschauungen repräsentieren.

Es reicht Gender-Anhängern also nicht, den Zwang zur Ungleichheit aufzuheben, wir brauchen einen Zwang zur Gleichheit. Und dieser bedeutet unsere "Befreiung". Ein Fetisch der Ungleichheit wird durch einen Fetisch der Gleichheit ersetzt.

Die Kategorie Geschlecht sollte schlicht und einfach kein Kriterium mehr sein - welcher Art auch immer. Es ist der gender-orthodoxen Glaubensgemeinschaft noch nicht aufgefallen, daß sie lediglich eine Normativität durch eine andere Normativität ersetzt hat, die die Gesellschaft ebenfalls lebensfernen Zwängen und Heilsvorstellungen unterwirft. Man könnte diesbezüglich von einem Wandel der Vorschriften vom Konservativen ins Progressive sprechen. Von konservativen und progressiven Normen und Erwartungen. Gender-Freunde haben einfach noch nicht verstanden, wo eigentlich das Problem liegt. Vielleicht begreifen sie dies ja irgendwann noch einmal.

Wir haben es übrigens bei der Gender-Gemeinde meist mit Menschen zu tun, die "hochgradig akademisch" sind, nicht selten sind sie promoviert oder habilitiert und erzählen uns von einem "phallischen Staat" oder einer "heteronormativen Matrix". Es ist immer wieder sehr beklemmend mitzuerleben, wie wenig Gender-Theoretiker den normativen Charakter ihrer eigenen Vorstellungen durchschauen, gleichzeitig aber sämtliche gesellschaftlichen Sachverhalte, die ihrer Ideologie zuwiderlaufen, pauschal mit dem Vorwurf der Normativität belegen.

Teil 3

Es handelt sich beim Phänomen "Gender" also um paranoide Zwangsvorstellungen. Dies ist aus meiner Sicht der Grund, warum die Hemmungen so groß sind, einfachste evolutionsbiologische Gegebenheiten ernst zu nehmen, überhaupt erst zur Kenntnis zu nehmen.

Die biologische Erklärungskategorie, also die Möglichkeit einer substantiellen Verschiedenheit der Geschlechter, ist tabuisiert und mit entsprechenden dämonisierenden, diskreditierenden Verknüpfungen versehen.
Wenn Wohl und Wehe der Menschheit von einer kulturellen Erklärung unserer Geschlechtlichkeit abhängen, dann haben wir ein Problem. Wenn Gleichberechtigung bedeutet, daß in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft eine Parität von Männer- und Frauenanteil erreicht werden muß, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Geschlechtlichkeit kulturell zu erklären.

Leider sind nur wenige Menschen in der Lage, diese normativen Verknüpfungen, diese Zwangsvorstellungen, zu erkennen und zu durchschauen. Diese gesamtgesellschaftliche Atmosphäre ist aus meiner Sicht ein Grund dafür, warum selbst seriöse Wissenschaftler, die keine Probleme mit der biologischen Erklärungskategorie haben, deren ganzes Potential nicht erkennen und ausschöpfen, sich auf Pseudodiskussionen einlassen, wie denn nun eigentlich Geschlecht "zu definieren" sei, und die geschilderte philosophische Geiselnahme der Kategorie Geschlecht, nicht durchschauen und somit diese Pseudo-Debatte einem Ende zuführen könnten.

Ich persönlich glaube, daß solche Wissenschaftler, aber letztlich auch die gesamte Gesell- schaft derartig vom gegenwärtigen Zeitgeist berührt oder beeinflußt sind, daß sie unbewußt den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.

Da es eine unausgesprochene Verknüpfung der Frage der Gleichberechtigung und der individuellen Freiheit mit der Frage nach den Bedingungen unserer Geschlechtlichkeit gibt, gibt es Hemmungen vor der finalen Erklärung, die über alle Zweifel erhaben ist. Vor einer Erklärung, die der herrschenden Ideologie widerspricht und nach dieser Lesart unsere Freiheit einschränken würde. Mit dieser Erkenntnis würde auch auf einmal klarwerden, wie unwichtig eigentlich die zugrunde liegende Fragestellung ist. Daß diese harmlose und völlig unbedeutende Fragestellung zu einem Popanz, zu einer Inszenierung von Feministinnen, Gender-Theokraten und Gutmenschen mißbraucht wurde.

Es herrscht aus meiner Sicht eine implizite emotionale Atmosphäre, die eine Art Denkblockade hinsichtlich einer unerwünschten Erklärungsrichtung produziert. Das Projekt der Gleichberechtigung wird mit der totalen Relativität unserer Geschlechtlichkeit in Verbindung gebracht - in der irrigen Annahme, dies sei nun die richtige Haltung angesichts der historischen Verabsolutierung und Reglementierung von Männlichkeit und Weiblichkeit.

Die Erkenntnis, daß die Reglementierung und Einengung, also der Mißbrauch der Kategorie Geschlecht, das Problem sind, nicht aber unsere natürliche Geschlechtlichkeit, steht noch aus. Feministinnen haben das Ihrige zu dieser Situation beigetragen, indem Sie penetrant das Schreckgespenst des "Biologismus" an die Wand malten, also jedwede biologische Erklärung von vornherein diskreditierten und delegitimierten.

Jeder, der sich auf den Pfad der biologischen Erklärung begab, sah sich alsbald dem Vorwurf ausgesetzt, er wolle die Gleichberechtigung von Frauen - natürlich nur von Frauen - unterminieren. Dieses geistige Niveau ist natürlich ein Alptraum, ist aber noch heute eine Selbstverständlichkeit im feministischen Mantra.

Es herrscht also ein ähnlicher Zustand wie beispielsweise zu Zeiten Galileis oder des Kopernikus, als die heliozentrische Erklärung dämonisiert und mit allen möglichen negativen Unterstellungen belegt wurde. Natürlich ist solch ein totalitäres Gebaren heute, in demokratischen Gesellschaften nicht mehr in dieser Weise möglich. Dennoch ist nicht zu leugnen, daß es vor allem auf psychologischer Ebene die Qualität der Diskreditíerung und Delegitimierung gibt. Man könnte diesbezüglich auch von einer "impliziten Diktatur" reden.

Auch Galilei und Kopernikus oder Darwin lebten in einem System der "Politischen Korrektheit". Nur waren dereinst die Beschränkungen andere als heute. Vielen ist nicht bewußt, daß das, was wir heute als Politische Korrektheit bezeichnen, zu allen Zeiten und in allen Gesellschaften existiert. Die auch heute noch sprichwörtlichen Pharisäer sind ein Beispiel für diese Gegebenheit aus biblischen Zeiten. Auch damals mußten Wahrheit und Lebendigkeit zugunsten der Anbetung von abstrakten Regeln, Formalismen und Lügen leiden, die angeblich unabdingbar für ein gottgefälliges Leben seien.

Es handelt sich dabei genau genommen um eine normative Gleichschaltung der Gesellschaft, um ein Abwehrsystem, das unerwünschte Fragestellungen und Denkweisen eliminieren soll.

Wir haben das Glück, daß der totalitäre und ultimative Charakter dieser Denkverbote mit dem Fortschritt der Menschheit immer schwächer wird. Trotz der relativen Harmlosigkeit der Denkverbote in demokratischen Gesellschaften gibt es dennoch erstaunlich viele Menschen, die diesem sogenannten Guten ohne Sinn und Verstand hinterherlaufen und sich ihm andienen.

Diese Denkverbote sind meines Erachtens der Grund, warum der finale Erklärungscharakter der körperlichen Konstitution von Mann und Frau hinsichtlich der Bedingtheit unserer Geschlechtsunterschiede gar nicht wahrgenommen wird. Gäbe es hier keinen impliziten Bremseffekt, vermutlich wäre dieses Erklärungspotential längst ausgeschöpft bzw. als solches überhaupt erst realisiert. Niemand müßte sich Sorgen machen um mögliche Antworten auf bestimmte Fragestellungen, weil diese Fragestellungen nicht politisch korrekt eingezäunt wären. Nicht ideologisch kontaminiert.

Dem Treiben von Gender-Apologeten und dieser hysterischen Debatte wäre ein für alle mal ein Ende bereitet. Wir müßten dann erkennen, wie Feministinnen und Weltverbesserer die Gesellschaft bezüglich des Themas Gleichberechtigung und Geschlechtsunterschiede in Geiselhaft genommen hatten. Daß es sich bei dem von ihnen so gepriesenen sogenannten Guten - also der Gender-Theologie und dem Endsieg durch die totale Gleichverteilung der Geschlechter - in Wirklichkeit um ein Goldenes Kalb handelt, das wir blind angebetet haben - im Glauben, dies habe etwas mit Gleichberechtigung zu tun.

Man könnte noch nebenbei bemerken, daß unsere Freunde so gute Menschen sind, daß sie den hier dargebotenen unkorrekten Humor gar nicht zu verstehen in der Lage sind. Auch dies ist eine beklemmende Erfahrung. Und zeigt, wie stark die Bindung an bestimmte Heilsvorstellungen ist.

Ich möchte zum Abschluß dieser Tour de Force meine obigen Überlegungen noch mit einem Beispiel illustrieren. Ich las vor ein paar Jahren das Buch "Vom ersten Tag an anders" von Simon Baron-Cohen, welches auf englisch "The essential difference" heißt. Der Autor, ein Neuropsychologe, liefert in diesem Buch beeindruckende Belege für den biologischen Einfluß auf unsere Geschlechtlichkeit.

An einer Stelle des Buches sinniert Baron-Cohen darüber, woher das größere sprachliche Talent von Frauen herrühre. Er ergeht sich hier in den üblichen Denkfiguren, daß Frauen z.B. aufgrund ihrer körperlichen Schwäche stärker auf Kommunikation angewiesen waren. An anderer Stelle beschäftigt sich Baron-Cohen mit der Frage, warum Frauen eine stärker ausgeprägte Emotionalität und Empathiefähigkeit besitzen.

Wenn ich mich recht entsinne, kommt der Autor kein einziges Mal auf die simple Tatsache zu sprechen, daß Frauen Kinder bekommen und die Mutter-Kind-Beziehung von größter Wichtigkeit ist für das Überleben der menschlichen Gemeinschaft. Das kleine Kind hat einen unendlichen Kommunikations- und Beziehungsbedarf. Es ist auf die Empathie und das Einfühlungsvermögen der Mutter in höchstem Maße angewiesen.

Was sollte anderes für das sprachliche Talent, die größere Beziehungsfähigkeit und Emotionalität von Frauen verantwortlich sein als die evolutionsbiologische Dynamik der Mutter-Kind-Beziehung?

Wieso kommt ein biologisch fragender Wissenschaftler kein einziges Mal auf den Gedanken, die spezifischen Talente von Frauen mit ihrer Fähigkeit zur Schwangerschaft und der Mutter-Kind-Beziehung zu erklären? Wieso werden in dieser Debatte 30 Milliarden Argumente aufgeführt, die eine biologische Erklärung stützen, aber letztlich doch meist einen relativen und indirekten Charakter haben? Oder alsbald von forschen Gender-Forschern "widerlegt" werden?

Man kann in dieser Debatte häufig Argumente hören, die sich auf bestimmte Studien, Untersuchungen und Experimente beziehen, die eine biologische Erklärung nahelegen. Diese sind meist auch sehr überzeugend. Nur haben sie längst nicht den zwingenden und endgültigen Erkenntnischarakter wie der Blick auf die Anatomie von Mann und Frau.

Dieses Erkenntnispotential liegt brach und niemand bezieht sich darauf, obwohl die Geschlechterdebatte damit beendet wäre. Vermutlich werden sich einmal spätere Generationen darüber wundern, mit welcher Naivität, Borniertheit und auch Dekadenz wir verblendeten Gutmenschen, die mit der Fuchtel der "Gleichberechtigung" wedeln, auf den Leim gehen konnten und das Selbstverständlichste von der Welt, den Urgrund und Reiz menschlichen Zusammenlebens in Zweifel ziehen konnten. Mit demselben verwunderten Blick schauen wir übrigens heute auf vergangene kommunistische, rassistische oder "geozentrische" Delirien.

Diese Geschlechterdebatte ist eigentlich keine Debatte, sondern ein zwanghaftes Infragestellen der biologischen Offensichtlichkeit durch Gender-Gläubige im Kontext einer Heilslehre sowie ein zahmes und unterwürfiges Toleranzgebaren aufseiten der Nichtgläubigen.

Dies läßt sich an einer weiteren Passage aus dem Buch von Simon Baron-Cohen veranschaulichen. Zu Beginn seines Buches geht der Autor auf die Rahmenbedingungen der Diskussion um die Geschlechtsunterschiede von Männern und Frauen ein.

Seine Ausführungen gleichen einer Art Entschuldigung dafür, daß er unsere Geschlechtsunterschiede so eindeutig biologisch erklärt. Er wird nicht müde zu betonen, daß seine Erkenntnisse keineswegs der Freiheit der Geschlechter im Wege stünden. Er betont, daß er in seiner Umgebung ebenso sehr einfühlsame und empathische Männer kenne wie Frauen, die ein hohes Maß an systematisch-analytischer Denkfähigkeit mit sich brächten.

Seine Erkenntnis, daß der typische Mann ein "S-Gehirn" habe und die typische Frau ein "E-Hirn", schließe ein, daß es ebenso auch Männer und Frauen gebe, die ein für ihr Geschlecht untypisches Gehirn hätten.

Dem setzt er noch die Krone auf, daß er mittlerweile auch nicht wenige Feministinnen in seinem Umfeld kenne, die ihn in seinen Auffassungen unterstützten, also ein positives Verhältnis zu den weiblichen Talenten hätten, diese nicht mehr als Negativum betrachteten und damit leben könnten, daß Männer ihrerseits auch entsprechende Talente haben.

Baron-Cohen geht hier auf Empfindlichkeiten ein, die ihn als Forscher nicht im geringsten kümmern müssen und die Teil einer gesellschaftlichen Pathologie sind.

Es sollte hier nicht unerwähnt bleiben, daß der Feminismus vor allem eine "frauenfeindliche" Ideologie ist, die den Mann zum Maß aller Dinge erhebt, dem die Frauen nun nacheifern müssen, und die weiblichen Talente und Neigungen abwertet und deklassiert bzw. willkürlich in einen Kontext der Fremdbestimmung rückt. Solche Paradoxien sind normaler Bestandteil sämtlicher Ideologien.

In seinen Reflexionen über die Geschlechterdiskussion führt Baron-Cohen in einer weiteren aufschlußreichen Passage aus, mit welchen negativen Vorstellungen und Zuschreibungen die biologische Erklärungskategorie seit Aufkommen des Feminismus und der gesellschaftlichen Liberalisierung der 1960er Jahre belegt wurde.

Er kommt hier auf den schon erwähnten Umstand zu sprechen, daß Feministinnen bereits den Versuch, unsere Geschlechtsunterschiede biologisch zu erklären, als frauendiskriminierend und zweckgerichtet betrachteten. Als einen Ausdruck für das Bestreben, Frauen von bestimmten gesellschaftlichen Bereichen auszugrenzen.

An dieser Stelle hätte Baron-Cohen die Möglichkeit gehabt, auf die grundsätzliche wissenschaftliche Illegitimität solcher Vorstellungen einzugehen. Er hätte darlegen können, daß also die kulturelle Erklärung für Feministinnen und Gender-Astrologen keine Möglichkeit darstellt, sondern einen Imperativ. Einen Selbstzweck.

Daß es sich hierbei um einen Fundamentalismus ganz besonderer Prägung handelt. Dieser entspringt nicht mehr dem Ansinnen konservativer Ideologen, sondern den Weltverbesserungsdelirien progressiver Fundamentalisten. Die Möglichkeiten der Dummheit haben sich also inzwischen erweitert. Baron-Cohen hätte ausführen können, daß sich unsere Freunde auf einem geistigen Niveau bewegen, das sie pauschal anderen unterstellen und das dem totalitären Gebaren der katholischen Kirche zu Zeiten Galileis oder Darwins gleicht, als ebenfalls willkürlich bestimmte Erklärungsmöglichkeiten mit einem Bannstrahl belegt wurden.

Leider geht der Autor mit keinem Wort auf diese entlarvenden und die Gender-Bewegung diskreditierenden Umstände ein.

Diese Zahmheit, Kritiklosigkeit und Anbiederung sind immer wieder vorzufinden und scheinen eine Konstante im Umgang mit dem Feminismus zu bilden. Es wird vermieden, auf die gänzlich illegitime und unseriöse Herangehensweise von sich als "feministisch" bezeichnenden Wissenschaftlern hinzuweisen, auf die daraus folgende völlige Unglaubwürdigkeit und Korruptheit ihrer Positionen.

Wie in allen Gesellschaften und zu allen Zeiten besteht die Angst, das "sogenannte Gute" in all seiner Lächerlichkeit als Popanz, als Fratze bloßzustellen.

Die Lähmung des Denkens durch das sogenannte Gute kann noch mit einer weiteren Stelle aus Simon Baron-Cohens Buch illustriert werden. Wie sieht es wohl mit der Jagd und dem Kriegshandwerk aus? Haben da auch Frauen mitgemischt? Was spricht dafür, was dagegen? Baron-Cohen gibt keine endgültige Antwort, verweist aber darauf, daß bei 140 von 142 Kulturen auf unserem Planeten die Jagd reine Männersache ist. Wer hätte das gedacht? Ein nicht von der Gender-Pathologie betroffener Mensch fragt sich natürlich, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, daß auch Frauen gejagt haben, und ob man nicht Mitleid mit Feministinnen haben muß, die diese Frage als so essentiell hinsichtlich der Gleichberechtigung von Frauen betrachten.

Baron-Cohen erwähnt nicht, daß ein einziger Blick auf die körperliche Konstitution von Mann und Frau sowie den sich daraus ergebenden Selektionsdrücken genügt, um unsere Frage zu beantworten.

Wie kann es zu solch einer Blindheit und impliziten Konformität hinsichtlich der herrschenden Ideologie kommen?

Ich hoffe, die Antworten auf diese Frage gegeben zu haben. Grundlage für dieses Schauspiel ist die Aufblähung einer bestimmten relativ unwichtigen Kategorie zu einem Menschheits- thema, einem Goldenen Kalb.

Hinzu kommt einerseits ein Zusammenspiel aus totalitärem und ideologischem Gestus und dem damit verbundenen psychologischen Druck. Andererseits lebt diese Konstellation auch von der mangelnden Kritikfähigkeit und der Anpassung der Menschen an ein vermeintlich Gutes, welches scheinbar unhinterfragbar ist. Dieses Gute ist ein Selbstzweck und man möchte nicht die Nachteile inkauf nehmen, die es mit sich bringt, wenn man dieses allseits Anerkannte kritisch hinterfragt. Niemand möchte sich ins moralische Zwielicht bringen, sich dem Diktat des Guten aussetzen.

Vielen Menschen ist nicht bewußt, daß man etwas, das allgemein in den höchsten Tönen gelobt und mit einem enormen moralischen Mehrwert versehen wird, auch hinterfragen kann. Sie wollen lieber an diesem Mehrwert teilhaben und gute Menschen sein.

Die Geschichte der Menschheit ist voller Beispiele, die zeigen, wie sehr man sich täuschen kann, wenn man allzu kritiklos den Heiligtümern einer Gesellschaft huldigt.

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